Mit Respekt zurück: Rückkehrgespräche als Schlüssel zur Arbeitsfähigkeit

13.05.2026
Ein zentrales Element eines guten Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) – also der strukturierten Begleitung von Mitarbeitenden nach einem längeren Krankenstand zurück in den Arbeitsalltag – ist eine wertschätzende Kommunikation.
Wertschätzende Kommunikation als Kern des BEM
In vielen österreichischen Betrieben bestehen allerdings Vorbehalte, Krankenstände durch strukturierte Rückkehrgespräche aktiv zu begleiten. Ein häufiger Grund dafür ist die Unsicherheit im Umgang mit datenschutzrechtlichen Vorgaben und die Sorge, diese zu verletzen. Generell gilt zwar, dass man Mitarbeitende nicht nach Diagnosen befragen oder Druck bezüglich einer raschen Genesung aufbauen darf. Trotzdem sollten sich Führungskräfte im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht um die Gesundheit der Mitarbeitenden bemühen, d. h. sie sollten direkt fragen, was Mitarbeitende zum Erhalt ihrer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit benötigen.
Warum ein Gespräch nach dem Krankenstand sinnvoll ist
Es ist nicht immer üblich, dass mit einer Person nach einem Krankenstand aktiv das Gespräch gesucht wird. Nach einem längeren Krankenstand macht es jedoch oft Sinn, einen kurzen Überblick, über wichtigste Geschehnisse im Betrieb zu geben. Ideal wäre es bei dieser Gelegenheit auch zu fragen, ob die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter etwas für den Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit und Gesundheit benötigt. Ein aktives Nachfragen drückt Interesse am Wohlergehen der Mitarbeitenden aus – als Teil eines wertschätzenden Miteinanders.
Rückkehrgespräche konstruktiv führen
Dabei ist entscheidend, WIE diese Gespräche geführt werden. Dafür hilft ein maßgeschneidertes, innerbetriebliches Training, damit diese als konstruktiv und unterstützend erlebt werden. Vorteilhaft ist, die Gespräche nicht nur bei längeren Krankenständen, sondern idealerweise nach allen Krankenständen, durchzuführen. Die Dauer eines solchen Gespräches kann dabei zwischen fünf Minuten und einer Stunde variieren. Ein Großteil der so angesprochenen Mitarbeitenden werden keine weitergehende Unterstützung benötigen, das Gespräch jedoch als wertschätzendes Signal an ihrer Person wahrnehmen. Andere werden vielleicht eine Anpassung der Arbeitszeit, eine Änderung der Arbeitsmenge oder den Bedarf an technischen Hilfsmitteln ansprechen.
BEM als strukturierter Prozess statt Einzelmaßnahme
Im Unterschied zu reinen Krankenstands-Rückkehrgesprächen, die meist von der verantwortlichen Führungskraft durchgeführt werden, geht ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) darüber hinaus. Hier werden die Gespräche nicht nur situativ eingesetzt, sondern es wird ein innerbetrieblicher Prozess – einschließlich einer passenden Kommunikation – entwickelt, der gesunden Personen, chronisch Erkrankten sowie Langzeiterkrankten gleichermaßen zugutekommt.
Ziele eines Betrieblichen Eingliederungsmanagement sind:
- Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter bei gehäuften Krankenständen und gesundheitlichen Problemen zu unterstützen, damit sie den beruflichen Anforderungen langfristig gewachsen sind
- Fehlzeiten und krankheitsbedingte Ausfallszeiten zu reduzieren
- Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter nach längeren Krankenständen bei der Rückkehr zu unterstützen z.B. mit einer Wiedereingliederungsteilzeit (WIETZ)
- Verbleib von Schlüsselkräften im Unternehmen zu sichern
- Allen Mitarbeitenden Informationen zum Thema Umgang mit gesundheitlichen Herausforderungen zukommen zulassen
Hilfe durch BEM-Expertin oder -Experten im Betrieb
In jedem Falle ist es sehr hilfreich, für alle Anfragen hinsichtlich der Gesundheit eine Vertrauensperson, eine so genannte BEM-Expertin oder einen BEM-Experten, zu etablieren. Diese Person bietet vertrauliche, interne Erstgespräche an, leitet bei Bedarf zur fit2work Personenberatung weiter und begleitet bei Bedarf weitere innerbetriebliche Schritte und Gespräche zu denen auch Führungskräfte und Betriebsräte hinzugezogen werden können. fit2work unterstützt dabei, diese wichtige Ansprechperson im Betrieb auszubilden.
Bei Langzeitkrankenständen und zur Beantragung einer möglichen Wiedereingliederungsteilzeit ist es empfehlenswert, die Einladung zu einem (telefonischen) Gespräch bereits gegen Ende des Krankenstandes auszusprechen.
Zu all diesen Fragestellungen und zur betrieblichen Umsetzung können Sie sich im Rahmen der fit2work-Eingliederungsberatung kostenfrei beraten lassen. Kontakt: Frau Iris Raupenstrauch, iris.raupenstrauch@fit2work.at oder an der fit2work-Hotline: 0800 500 118. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!












en besser mit Stress, Druck oder Veränderungen im Unternehmen umgehen und entwickeln Strategien, um Herausforderungen gesund zu bewältigen. Das Risiko für psychische und stressbedingte Erkrankungen, die mittlerweile zu den häufigsten Ursachen für Fehlzeiten gehören, wird minimiert und die Anfälligkeit für psychosomatische Beschwerden wird stark verringert.





Direkt im Anschluss an jede Infoveranstaltung besteht die Möglichkeit, direkt vor Ort einen BGM-Check zu absolvieren. Dabei handelt es sich um einen online Fragebogen, der den Status quo des Unternehmens in Bezug auf BGM beleuchtet und als Grundlage für ein anschließendes Beratungsgespräch dient. Wenn es die Zeit vor Ort nicht zulässt, kommen die Beraterinnen und Berater der BGM-Orientierung natürlich auch gerne in Ihr Unternehmen oder vereinbaren einen Online-Termin mit Ihnen, um eine BGM-Standortbestimmung samt BGM-Check gemeinsam mit Ihnen durchzuführen.
hrer BGM-Standortbestimmung:


























Busse im Rahmen der österreichweiten Tour Halt machen. Interessierte haben die Möglichkeit, sich vor Ort bei unserem Team der Personen- und Betriebsberatung kostenlos über das Angebot von fit2work zu informieren.
Diesen Herbst ist die Chance, dass Sie einen unserer Busse im öffentlichen Raum entdecken, besonders hoch: von Mitte September bis Ende November findet die fit2work-Bustour mit rund 40 Terminen in ganz Österreich statt. Kommen Sie vorbei und informieren Sie sich über fit2work! Falls Sie möchten, ist es auch möglich, direkt im Bus ein Erstberatungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Natürlich stellen Ihnen unsere Beraterinnen und Berater vor Ort auch gerne Informationsmaterial zur Verfügung.
Der Auf- oder Ausbau eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) ist das Kernstück der fit2work-Betriebsberatung. Durch eine offene und unterstützende Unternehmenskultur im Umgang mit dem Thema Sucht, zeigt das Unternehmen, dass Gesundheit und Arbeitsfähigkeit innerbetrieblich einen hohen Stellenwert einnehmen.
Der Projektleiter Herr U. litt an Alkoholsucht. Es folgte ein Langzeitkrankenstand, in dem ein Entzug und anschließend eine REHA stattfanden. Die BEM-Beauftragte des Unternehmens nahm die WIETZ von Herrn U. zum Anlass, mit ihm gemeinsam diejenigen Situationen zu analysieren, die in seinem Arbeitsalltag das Bedürfnis nach Alkohol förderten. Als Ergebnis wurde Herrn U. ein zweiter Projektleiter zur Seite gestellt, der ihn in herausfordernden Arbeitssituationen unterstützte und mit dem Mitarbeiter gemeinsam Entscheidungen traf. Am Ende der WIETZ konnte Herr U. wieder die volle Verantwortung übernehmen.







Einen ausführlichen Einblick in die fit2work Personenberatung gaben zwei ehemalige Klientinnen. Beide Klientinnen schilderten ihre Krankheitsgeschichten und wie sie das Angebot von fit2work für sich und ihre damalige Lebenssituation optimal nutzen konnten – um schlussendlich wieder arbeitsfähig zu werden. Ergänzt wurde diese Perspektive von Alexander Burger, Case Manager bei fit2work Wien, der aus dem Beratungsalltag der Beraterinnen und Berater berichtete.
Themenblock mit Ausführungen zu den Besonderheiten und aktuellen Schwerpunkten der aktuellen fit2work Programmperiode 2020-2024 ab.





Gemeinsam mit Geschäftsleitung und Team konnten unter Anleitung der fit2work-Beraterin Irmgard Prosinger zahlreiche Maßnahmen – in Anlehnung an das Haus der Arbeitsfähigkeit (siehe Grafik) – definiert und umgesetzt werden. Demnach erfolgte auch die Implementierung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) und die Benennung einer fit2work-Beauftragten, eine Ansprechperson aus der Belegschaft, die sich gezielt um die Früherkennung von Belastungen und die Begleitung bei Wiedereingliederung nach längeren Krankenständen kümmert.





In diesem Interview hören Sie, welche Herausforderungen Long Covid aktuell für die Arbeitswelt mit sich bringt – für Betroffene und deren Angehörige, Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Weiters werden folgende Fragen diskutiert: welche Art der Hilfestellung bietet fit2work? Welche speziellen Herausforderungen bei dieser Gruppe an Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern ergeben sich in der Arbeit von fit2work? Wie können Betriebe unterstützt werden, die Long-Covid-Patientinnen und -Patienten in der Belegschaft haben? Welche Fragen sind in Bezug auf Long Covid am Arbeitsplatz für die beiden Interview-Partnerinnen derzeit am dringlichsten zu behandeln?
fit2work-Beauftragte? Wie geht das? Im Rahmen der Betriebsberatung durch fit2work bildet das Team von fit2work nach der Analysephase in Ihrem Unternehmen eine zentrale Ansprechperson für Gesundheitsfragen aus: eine oder einen fit2work-Beauftragte/n. Die nominierte Person nimmt sodann eine Schlüsselposition im Unternehmen ein und fungiert als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner innerhalb der Belegschaft zu allen Gesundheitsfragen und zu Themen des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Das Ziel ist stets die Erhöhung der Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.












So wie Herr Reiter (Name von der Redaktion geändert), 58 Jahre alt, Büroangestellter und überwiegend in sitzender Tätigkeit arbeitend. Er kämpfte mit starker Gewichtszunahme, die ihn auch psychisch belastete und darüber hinaus mit berufs- und altersbedingten Rückenschmerzen, als er sich an fit2work wandte. Gemeinsam mit seiner Beraterin erarbeiteten sie für ihn maßgeschneiderte Schritte. Schließlich nahm er am Programm der ÖGK zur Gewichtsreduktion teil und absolvierte dort ein individuell zugeschnittenes Muskelaufbau- und Krafttraining. Weiters konnte Herr Reiter einige Einheiten zur psychischen Entlastung in Anspruch nehmen und mit seiner Beraterin Strategien besprechen, um sich Auszeiten zu nehmen – etwa in Form von regelmäßigen Spaziergängen oder Radfahren. „fit2work kann Kundinnen und Kunden die richtige Hilfestellung geben, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen – mit der Hilfe von Case Managerinnen und -managern, Arbeitsmedizinerinnen und -medizinern, Arbeitspsychologinnen- und -psychologen und Betriebsberaterinnen und Betriebsberatern“, so Gerlinde Braumiller, Gesamtprojektleiterin fit2work in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, über die Zielsetzung von fit2work.
